GGV im Mehrfamilienhaus: mit dem Gebäude beginnen
Auch bei der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung steht zuerst die Belegung des tatsächlichen Dachs. Klären Sie, welche Gebäude und Nebenanlagen zum Projekt gehören. Dachseiten, Gauben und Hindernisse bestimmen die nutzbare Modulzahl und damit die Ertragsgrundlage.
Im Schnellstart wählen Sie „Mehrfamilienhaus · GGV“. Anschließend stehen zwei Wege für die Verbrauchseingabe zur Verfügung:
- Gesamtverbrauch des Gebäudes: Sie geben Jahresverbrauch, Zahl der Wohneinheiten und Teilnehmer an. Ohne Einzelwerte werden gleiche Verbräuche je Einheit angenommen. Das ist als vorläufige Grundlage zu kennzeichnen.
- Verbrauch je Wohneinheit: Sie erfassen Einzelverbräuche, Teilnahme und Reststrompreise. Für einen statischen Aufteilungsschlüssel werden außerdem die Anteile benötigt.
Allgemeinstrom, Wärmepumpe und E-Auto müssen zur gewählten Verbrauchsgrundlage passen und dürfen nicht doppelt gezählt werden. Prüfen Sie den Verbrauchsumfang vor jeder Auswertung. Die GGV-Anleitung beschreibt die Eingabewege im Detail.
Zwei Perspektiven auf dieselbe PV-Anlage
Was bedeutet die Planung für den Betreiber?
Für den Betreiber sind Anlageninvestition, Erlöse und laufende Kosten relevant. Gebäudestrompreis sowie zusätzliche Mess- und Verwaltungskosten gehören in die Rechnung. Ohne diese Angaben kann SonnenBilanz die Energiebilanz untersuchen; die Betreiberwirtschaftlichkeit bleibt offen.
Was bedeutet die Planung für die Teilnehmer?
Für die teilnehmenden Haushalte zählen zugeteilte PV-Energie, Gebäudestrompreis und verbleibender Reststrombezug. Ein gemeinsamer Gebäudeertrag sagt allein noch nichts über die Ersparnis jeder Einheit aus. Die getrennte Darstellung macht diese unterschiedlichen Sichtweisen im Beratungsgespräch sichtbar.
Untersuchen Sie beispielsweise, was eine andere Teilnehmerzahl oder ein zusätzlicher Speicher verändert. Ändern Sie die Kosten passend zur Variante und vergleichen Sie die Ergebnisse unter denselben sonstigen Annahmen.
Ein fiktiver GGV-Musterbericht als PDF zeigt, wie die Vorplanung für ein Gespräch mit Eigentümern oder einer Verwaltung aufbereitet werden kann. Die allgemeinen Kennzahlen erklärt die Seite zur PV-Wirtschaftlichkeit.
GGV-Messkonzept und Schaltplan vorbereiten
Der optionale Elektrikerplan ergänzt die GGV-Vorplanung um Messstellenzuordnung und einpolige Schaltpläne. Teilnehmer, Nichtteilnehmer und Allgemeinstrom bleiben in der Gebäudedarstellung enthalten. PV, Speicher und Verbraucher werden in einer Übersicht und bei Bedarf auf Folgeblättern gezeigt.
Messkonzept-Auswahl für GGV · GGV-Schaltplan mit Beispiel-PDF
Was die Vorplanung leistet – und was für den Betrieb nötig ist
SonnenBilanz verwendet für die gezeigte GGV-Vorplanung ein Stundenmodell mit Standardlastprofilen. Das hilft bei der ersten Variantenprüfung. Die Anwendung führt keine laufende Stromabrechnung, Messstellenverwaltung oder Marktkommunikation aus.
Für die tatsächliche gemeinschaftliche Gebäudeversorgung verlangt § 42b EnWG unter anderem viertelstündlich gemessene Strombezugsmengen. Die rechnerische Stromzuteilung ist an 15-Minuten-Intervalle gebunden. Ein stündliches Planungsmodell ist deshalb keine Grundlage für die spätere Abrechnung.
Messkonzept, Aufteilungsschlüssel und die erforderlichen Vereinbarungen sind vor der Umsetzung mit den zuständigen Beteiligten zu klären. Der ergänzende Reststrombezug bleibt eine eigene Aufgabe. Stand dieser Einordnung: 14. Oktober 2026; maßgeblich sind die jeweils geltenden Anforderungen und die konkreten Projektbedingungen.
Fragen zur GGV-Planungssoftware
Kann ich ohne Verbräuche aller Wohneinheiten beginnen?
Ja, mit dem Gesamtverbrauch und den Angaben zu Einheiten und Teilnehmern ist eine vorläufige Betrachtung möglich. Die angenommene Verteilung muss kenntlich bleiben. Für eine verlässlichere Bewertung ergänzen Sie die tatsächlichen Einzelwerte.
Ersetzt SonnenBilanz eine Mieterstrom-Abrechnungssoftware?
Nein. Die Funktion dient der GGV-Vorplanung. Laufende Abrechnung, Messung, Lieferverträge und andere Versorgungsmodelle erfordern eigene Lösungen und Prüfungen.
Gehört die GGV-Vorplanung zur Firmenlizenz?
Die GGV-Vorplanung gehört zum beschriebenen Funktionsumfang von SonnenBilanz V26. Die Preisseite erläutert Firmenlizenz und optionale Leistungen. Die passende Ausgabe für Ihren Arbeitsplatz finden Sie unter Downloads.
Von der Anlage zur erklärbaren Variante
Prüfen Sie zuerst die tatsächlich nutzbaren Dachflächen und den Ertrag mit seinen Wetter- und Verlustannahmen. Darauf bauen Zuteilung und Teilnehmervergleich auf.
Für die technische Übergabe ergänzen Sie das Messkonzept zur Gebäudeversorgung und die zugehörigen Berichte.
