Die Speichergröße folgt aus Erzeugung und Verbrauch
Die installierte PV-Leistung allein bestimmt keine passende Batteriekapazität. Entscheidend ist, wann Überschüsse entstehen und wann der Kunde Energie benötigt. Die gleiche PV-Anlage kann bei tagsüber hohem Verbrauch einen anderen Speicherbedarf haben als bei überwiegendem Abendverbrauch.
Beginnen Sie mit dem tatsächlich belegbaren Kundendach und einem passenden Verbrauchsprofil. Ein pauschales Verhältnis von kWp zu kWh ersetzt diese Prüfung nicht. Planen Sie Wärmepumpe und E-Auto mit ihrem erwarteten Verbrauch ein und vermeiden Sie eine doppelte Erfassung.
Kapazität und Leistung getrennt prüfen
Die Kapazität in kWh beschreibt die speicherbare Energiemenge. Die Leistung in kW begrenzt, wie schnell Energie geladen und abgegeben werden kann. Verwenden Sie die bestätigte nutzbare Kapazität des Systems; Nennenergie und tatsächlich verfügbare Energie können sich unterscheiden.
Die Kombination aus Speicher und Wechselrichter muss technisch zusammenpassen. Ein Treffer im Produktkatalog ist noch keine Freigabe durch den Hersteller. Angaben zu Not- oder Ersatzstrom prüfen Sie zusätzlich anhand des konkreten Systems.
So bauen Sie einen nachvollziehbaren Speichervergleich auf
- Die PV-Anlage ohne Speicher rechnen. Diese Variante dient als Referenz. Dachbelegung, Standort, Verbrauch und Tarife bleiben im Vergleich gleich.
- Passende Speichervarianten anlegen. Tragen Sie nutzbare Kapazität und zugehörige technische Daten ein. Vergleichen Sie mehrere Größen, die zu tatsächlich verfügbaren Systemen passen.
- Die vollständigen Mehrkosten erfassen. Speicher, gegebenenfalls ein anderer Wechselrichter sowie zusätzliche Montage- und Anschlusskosten müssen in der jeweiligen Investition enthalten sein. Bei Komplettsystemen den Speicher nicht doppelt berechnen.
- Neu berechnen und gegenüberstellen. Betrachten Sie Eigenverbrauch, Autarkie, Netzbezug und Kapitalwert gemeinsam. Eine Variante mit offenem Preis lässt sich energetisch beurteilen; eine belastbare wirtschaftliche Empfehlung benötigt die Kosten.
Die Anleitung zum Variantenvergleich beschreibt den Ablauf im Programm. Für die Interpretation von Amortisation und Kapitalwert hilft die Seite zur PV-Wirtschaftlichkeitsberechnung.
AC- und DC-Speicher richtig zuordnen
Die Speicheranbindung gehört zum Anlagenkonzept. Im optionalen Schaltplan wird ein DC-Speicher direkt dem Batterieanschluss des Wechselrichters zugeordnet. Ein AC-Speicher hat einen eigenen Umrichter und einen Anschluss an der AC-Sammelschiene.
Was bringt die zusätzliche Speicherkapazität?
Ein größerer Speicher kann den Netzbezug senken. Sein Zusatznutzen hängt aber davon ab, ob die zusätzliche Kapazität regelmäßig geladen und wieder genutzt wird. Vergleichen Sie deshalb den Mehrnutzen mit den Mehrkosten gegenüber der kleineren Variante und gegenüber der Anlage ohne Speicher.
Für das Kundengespräch sind drei Fragen hilfreich: Wie viel zusätzliche PV-Energie wird im Objekt genutzt? Wie verändert sich die Investition? Bleibt die gewählte Variante auch bei vorsichtigeren Kosten- und Tarifannahmen nachvollziehbar?
SonnenBilanz arbeitet mit einer stündlichen Simulation. Kurze Lastspitzen, Reglerverzögerungen und elektrische Detailvorgänge werden damit nicht vollständig abgebildet. Eine Auswertung von Planungsvarianten ist kein Labortest der Speicherhardware und kein allgemeines Hersteller-Ranking.
Hohe Autarkie und hohe Wirtschaftlichkeit sind unterschiedliche Ziele. Dokumentieren Sie, welches Ziel der Kunde verfolgt, und halten Sie die zugrunde gelegten Angaben im Bericht fest.
Lastgänge, Tarife und Speicherregeln vergleichen
Ein vollständig importierter Viertelstundenlastgang erhält seine 35.040 Originalintervalle. Verbrauch und Speicher werden dann in 15 Minuten gerechnet; die stündliche PV-Erzeugung wird innerhalb der Stunde gleichmäßig verteilt.
Zeitabhängige Bezugstarife, Speicherreserve, Netzbezugsziel und flexible Anteile von E-Auto oder Wärmepumpe ergänzen den Vergleich. Flexible Anteile bleiben Teil des vorhandenen Verbrauchs. Die Betriebsregeln garantieren keinen global optimalen Fahrplan.
GGV und Parkvermarktung verwenden ihre eigenen Stundenmodelle. Der Parkspeicher wird mit Stundenpreisen, Abregelung, Ladeherkunft und seinen Betriebsregeln separat untersucht.
Speicherverluste und Restladung im Verlustdiagramm · Parkspeicher und Vermarktung
Fragen zur Speicherplanung
Ist ein größerer Stromspeicher immer wirtschaftlicher?
Nein. Wenn die zusätzliche Kapazität selten genutzt wird, können ihre Kosten den zusätzlichen Nutzen übersteigen. Das lässt sich nur mit den konkreten Projektangaben und Kosten bewerten.
Kann ich Speicher verschiedener Hersteller vergleichen?
Ja, sofern die benötigten technischen Daten, passenden Systemkombinationen und Projektpreise vorliegen. SonnenBilanz unterstützt einen eigenen Produktkatalog. Fehlende Daten und Herstellerfreigaben müssen vor einer Empfehlung geklärt werden.
Lassen sich die Varianten für Kunden dokumentieren?
Ja. Anlagenvarianten können als PDF gegenübergestellt werden. Die Berichte zeigen den berechneten Projektstand und Ihre Annahmen. Kundenberichte ansehen.
Ertrag prüfen, Mehrkosten bewerten
Prüfen Sie vor dem Größenvergleich den PV-Ertrag einschließlich Wetter- und Verlustannahmen. Halten Sie diese Grundlage beim Wechsel der Speichergröße konstant.
Bewerten Sie die zusätzliche nutzbare Energie zusammen mit den Mehrkosten und Tarifannahmen im Variantenvergleich. Die Berichte zur Kundenübergabe halten Ergebnisse und offene Annahmen fest.
