Dachbelegung für Solarteure und Elektrofachbetriebe

PV-Dachplanung in 3D.
Am echten Gebäude.

Mit SonnenBilanz planen Sie die Modulbelegung auf den Dachflächen Ihres Kunden. Steildach, Gauben und Flachdach lassen sich getrennt erfassen. Aus der geprüften Belegung entstehen Anlagenleistung, elektrische Vorplanung und die Grundlage für die Ertragsberechnung.

SonnenBilanz-Dachplaner mit Modulbelegung einer fiktiven PV-Anlage und Flächeneinstellungen.
Originalansicht aus SonnenBilanz V26: fiktives Dachbeispiel ohne Luftbild. Eine Kundenplanung beginnt mit dem tatsächlichen Gebäude.

In fünf Schritten zur Modulbelegung

  1. Das richtige Gebäude zuordnen. Adresse mit verfügbaren Luftbildern, Gebäudedaten oder Kundenfotos abgleichen. Nachbarhäuser und Nebengebäude erst nach geklärter Zugehörigkeit aufnehmen.
  2. Dachflächen und Aufbauten erfassen. Jede Dachseite mit eigener Neigung und Ausrichtung anlegen. Dachfenster, Schornsteine und andere Sperrflächen einzeichnen; geeignete Gaubendächer separat prüfen.
  3. PV-Module auf dem Dach platzieren. Modulformat, Leistung, Hoch- oder Querformat sowie Rand- und Modulabstände einstellen. Die Software unterstützt die Belegung und erlaubt manuelle Korrekturen.
  4. Technik und Verschattung prüfen. Modulanzahl, nutzbare Flächen und Hindernisse kontrollieren. Strings und Wechselrichter auf Basis geprüfter Gerätedaten vorplanen. Geometrische Verschattungsmodelle bleiben eine Annäherung.
  5. Belegung in die Berechnung übernehmen. Erst jetzt ergeben sich die konkrete Anlagengröße und die Grundlage für PV-Ertrag und Wirtschaftlichkeit. Nach Änderungen an der Belegung die Berechnung und Verschaltung erneut prüfen.

Damit lässt sich im Kundengespräch zeigen, welche Module tatsächlich auf welche Fläche passen und welche Angaben noch durch ein Aufmaß bestätigt werden müssen. Die Anleitung zur Dachplanung beschreibt die einzelnen Bedienelemente.

Steildach, Gauben und Flachdach gezielt belegen

Gauben als nutzbare Dachflächen

Schlepp-, Flach- und Satteldachgauben können eigene Belegungsflächen bilden. In SonnenBilanz erhalten sie eigene Winkel; die überdeckte Hauptdachfläche bleibt frei. Ob eine Gaube geeignet ist, hängt unter anderem von ihren tatsächlichen Abmessungen, den Abständen und der Verschattung ab.

Flachdach: Süd und Ost-West vergleichen

Vergleichen Sie einseitige und paarweise Aufständerung mit den zulässigen Modulwinkeln Ihres Montagesystems. Reihenabstand, Modulformat und Richtung beeinflussen Modulzahl und Jahresertrag. Mit eingegebenen Kosten lässt sich zusätzlich der Kapitalwert gegenüberstellen.

Eine höhere installierte Leistung bedeutet nicht automatisch das bessere wirtschaftliche Ergebnis. Verglichene Montagevarianten müssen mit den jeweiligen Kosten und technischen Anforderungen zusammenpassen. Statik, Ballastierung und Befestigung sind gesondert zu prüfen.

3D-Ansicht und Verschattungsanalyse

Prüfen Sie Dachflächen, Module und Hindernisse räumlich. In der 3D-Ansicht lassen sich Datum und Uhrzeit ändern, um den Sonnenstand und die geometrische Schattenwirkung zu betrachten.

Das 3D-Modell berechnet direkte Verschattung und diffuse Himmelsabschattung. Es bleibt eine geometrische Näherung: Elektrische Bypass- und Mismatch-Effekte, durchlässige Vegetation sowie ein umfassendes Geländemodell sind nicht enthalten. Höhen und Geometrie müssen dieselbe Bezugsebene verwenden und geprüft sein.

3D-Dachansicht mit Solarmodulen und Reglern für Datum und Uhrzeit.
Originalansicht aus einer fiktiven Planung. Keine erfundenen Dachmaße für reale Kundenprojekte.

Bifaziale Module und Rückseitenertrag

Bei geeigneten Modulen und Montagebedingungen kann die Rückseite zusätzlich Licht nutzen. SonnenBilanz berücksichtigt dafür Bifazialitätsfaktor, Bodenreflexion und zusätzliche Rückseitenverluste. Quelle und Prüfstatus der Annahmen gehören zur Planung.

Ein pauschaler Mehrertrag wird nicht zugesagt. Die Rückseitenberechnung hängt von Geometrie, Aufstellhöhe, Abschattung und Untergrund ab. Dachparallele Module und frei aufgeständerte Module sind deshalb unterschiedlich zu beurteilen.

Welche Dachdaten sind belastbar?

Beim Dachaufmaß unterscheiden Sie die Länge in der Dachebene von der horizontalen Grundrissprojektion. Das Eingabeformular zeigt den Maßbezug; wichtige Kanten und Flächen sollten anhand verifizierter Referenzmaße kontrolliert werden.

Ein Luftbild hilft bei der Zuordnung und bei erkennbaren Dachgrenzen. Ein vermessenes Aufmaß, ein vereinfachtes Gebäudemodell und aus einem Bild geschätzte Maße haben jedoch unterschiedliche Aussagekraft. Halten Sie diese Herkunft für Ihre Planung auseinander.

SonnenBilanz kann verfügbare 3D-Gebäudemodelle für Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg laden oder CityGML-Dateien importieren. Die Datenverfügbarkeit hängt vom Standort ab. LoD2-Modelle vereinfachen die Dachform und bilden Gauben häufig nicht ab; sie ersetzen die Kontrolle am tatsächlichen Dach nicht. Siehe Produktbeschreibung des Landesamts für Geoinformation Baden-Württemberg.

Fehlende Dachmaße oder ungeklärte Gebäudezuordnung sind offene Planungspunkte. Eine fiktive Süddachfläche ist keine Grundlage für eine konkrete Kundenempfehlung.

Modulparameter passend zur Dachfläche

Jede Dachfläche kann eigene Kennlinien- und Wärmeparameter verwenden. Unterscheiden Sie etwa frei hinterlüftete und eng montierte Flächen und dokumentieren Sie die jeweiligen Quellen. Flächen ohne eigenen Parametersatz übernehmen die gemeinsamen Projekteinstellungen.

Eigene Modulparameter im Flächenplaner
Originalansicht vom 19. Oktober 2026. Fiktive Beispielanlage; keine Kundenplanung.

Modell, Mehrjahreswetter und Verlustdiagramm ↗

Für Grundstücke: Freiflächenplanung mit Modultischen und Gelände ↗

Fragen zur PV-Dachplanung

Erkennt SonnenBilanz Gauben automatisch im Luftbild?

Nein. Fehlende Gauben ergänzen Sie manuell. Geeignete CityGML-Dateien können ausdrücklich als Gaube gekennzeichnete Flächen liefern; das ist keine automatische Bilderkennung.

Kann ich die vorgeschlagene Modulbelegung ändern?

Ja. Module lassen sich ausschließen und Gruppen verschieben. Dachgrenzen, Hindernisse und eingestellte Abstände werden dabei berücksichtigt. Die Hilfe zur Modulbearbeitung erklärt auch Rückgängig und Wiederholen.

Was folgt nach der Dachplanung?

Prüfen Sie die elektrische Auslegung und die Verbrauchsdaten. Anschließend lassen sich Speichergrößen vergleichen und Kundenberichte erstellen. Die konkrete Ausführung benötigt weiterhin die fachliche Prüfung des Betriebs.

Von der belegten Dachfläche zum Ertrag

Übernehmen Sie die geprüfte Belegung, Ausrichtungen und Verschattung in die Ertragsanalyse mit Mehrjahreswetter. So bleibt nachvollziehbar, welche Dachflächen und Annahmen dem Ergebnis zugrunde liegen.

Mit diesem Anlagenstand prüfen Sie anschließend Speichergrößen und die Referenz ohne Speicher.